Arzneimittel

Einnahme von Arzneimitteln

Hierbei ist die Einnahme "vor dem Essen", "zum Essen" oder "nach dem Essen" zu unterscheiden. Damit ist eine grössere Anwendungsgenauigkeit und auch eine höhere Wirksamkeit gewährleistet.

"vor dem Essen": 30 – 60 min. vorher
"zum Essen": spätestens 5 min. danach
"nach dem Essen": 30 – 60 min danach

Tabletten, Dragees und Kapseln sollten nur mit aufgerichtetem Oberkörper geschluckt werden. Damit ist gewährleistet, dass die Tablette oder Kapsel nicht in der Speiseröhre kleben bleibt.
Nehmen Sie am Besten ein grosses Glas Leitungswasser oder stilles Mineralwasser zum Herunterspülen. Andere Getränke bergen das Risiko von Unverträglichkeiten. So können die Gerbstoffe im Tee oder Bestandteile von Zitrusfruchtsäften die Aufnahme der Wirkstoffe in den Körper behindern.

Falls Sie Brausetabletten einnehmen, lösen Sie diese erst unmittelbar vor der Einnahme in Wasser auf.
Andere Getränke sind nicht zum Auflösen geeignet. Das Auflösen unmittelbar vor der Einnahme ist deshalb notwendig, weil sich viele Arzneistoffe verändern, wenn sie einmal in Wasser gelöst sind.



Säfte, Suspensionssäfte und Tropfen sind vor allem für Patienten geeignet, die keine Tabletten schlucken können.
Achten Sie auf Hinweise, ob die Zubereitung vor Gebrauch geschüttelt werden muss, dies ist bei Suspensionssäften zwingend notwendig. In einer Suspension schwimmen kleinste Wirkstoffpartikel in einer Lösung. Steht die Suspension eine Weile, setzen sich die Partikel am Boden ab.
Suspensionssäfte können aus diesem Grund auch nicht wie Tabletten und andere Arzneimittel im voraus bereitgestellt werden, da sie sich auch in Einnahmebechern absetzen und die Dosis nicht mehr korrekt entnommen werden kann.
Säfte, die vor dem Gebrauch mit Wasser angesetzt werden (Trockensäfte), müssen zum Teil nach der Herstellung im Kühlschrank gelagert werden. Leider können wir Ihnen dafür keine allgemeine Regel nennen, wann ein solcher Saft in den Kühlschrank gehört und wann nicht. Den Hinweis finden Sie auf dem Etikett der Flasche und auf der Verpackung sowie im Beipackzettel. Auch wegen der Zubereitung solcher Säfte sollten Sie unbedingt in der Gebrauchsinformation nachlesen.

Bei einigen der Präparate liegen Pipetten oder Dosierlöffel bei, die individuell auf das Arzneimittel abgestimmt sind. Deshalb bitte darauf achten, dass die entsprechenden Applikationshilfen jeweils griffbereit sind und auch benutzt werden.

Bei den Tropfflaschen ist zu beachten, welche Art von Tropfer im Einsatz sind. Bei den in die Glasflaschen eingesetzten Tropfmonturen gibt es Zentraltropfer ("Senkrechttropfer") und Randtropfer ("Waagerechttropfer"). Flaschen mit einem Zentraltropfer sind zu erkennen an der zentral angeordneten, dünneren Austrittsröhre für die Flüssigkeit und müssen bei Gebrauch unbedingt senkrecht nach unten gehalten werden. Schon eine Abweichung des Winkels um 30 Grad kann zu einer Verringerung der Dosis um 10 Prozent führen, bei anderer Neigung tropfen viele Präparate nur noch unregelmäßig. Um die Tropfenfolge einzuleiten, muss der Flaschenboden manchmal leicht angetippt werden. Die Tropfengeschwindigkeit kann nicht gesteuert werden.

Flaschen mit einem Randtropfer sind hingegen geneigt zu halten. Eventuell vorhandene Abtropfrillen oder Kerben im Tropferrand müssen dabei nach unten zeigen. Diese Systeme tropfen leicht an, bei ihnen sollte nicht auf den Boden geklopft werden. die Geschwindigkeit des Tropfens hängt auch hier von der Neigung ab.

In der Gebrauchsanweisung finden Sie auf jeden Fall einen Hinweis, wie Sie die Flasche am Besten zum Tropfen halten.